An Karneval schlagen ja viele mal über die Stränge. Nicht nur bezüglich der Menge des Alkohols, der Lautstärke des Gegröhles und der Häßlichkeit des Outfits. Nein, der jecke Trubel läßt es mich immer wieder unerträglich in den Fingern jucken. Nicht etwa vor Lust, selbst fremdzugehen, sondern bei der Anstrengung, nicht der Versuchung nachzugeben, all das zu bloggen oder zumindest anzudeuten, was ich da so alles zu hören und zu sehen kriege. Wer was mit wem und wo und wie und wieso überhaupt. Deswegen antworte ich auf die Frage, was ich zu Karneval tragen werde, auch meist mit “das Mäntelchen des Schweigens”. Ignorance is bliss, sagt der Engländer, und er hat verdammt recht.
Wie immer, wenn man aus der Rolle fällt, gilt die alte Regel: Bloß nicht erwischen lassen. Der clevere Beziehungsmensch sucht sich die Partnerin gleich in einer karnevalsfreien Stadt, dann hat das zarte Pflänzchen der Liebe eine deutlich erhöhte Chance, die gefährlichste Zeit des Jahres zu überdauern. Ich weiß, wovon ich rede – zu keinem Zeitpunkt muß ich so viele gefährdete oder zerstörte Beziehungen seelsorgen wie nach den “tollen Tagen”.
Deswegen der Link der Woche zum Thema Treue – und gleichzeitig das beste Argument gegen Videotelefonie.