"Axel bleibt auch nach der Trennung mein Manager, er ist ja schließlich am längsten drin."
(Michaela Schaffrath über ihre Scheidung)

Bringing sexy back - since 1970

27.02.2006

Es war einmal ein treuer Husar

Filed under: — Kai @ 18:22

An Karneval schlagen ja viele mal über die Stränge. Nicht nur bezüglich der Menge des Alkohols, der Lautstärke des Gegröhles und der Häßlichkeit des Outfits. Nein, der jecke Trubel läßt es mich immer wieder unerträglich in den Fingern jucken. Nicht etwa vor Lust, selbst fremdzugehen, sondern bei der Anstrengung, nicht der Versuchung nachzugeben, all das zu bloggen oder zumindest anzudeuten, was ich da so alles zu hören und zu sehen kriege. Wer was mit wem und wo und wie und wieso überhaupt. Deswegen antworte ich auf die Frage, was ich zu Karneval tragen werde, auch meist mit “das Mäntelchen des Schweigens”. Ignorance is bliss, sagt der Engländer, und er hat verdammt recht.
Wie immer, wenn man aus der Rolle fällt, gilt die alte Regel: Bloß nicht erwischen lassen. Der clevere Beziehungsmensch sucht sich die Partnerin gleich in einer karnevalsfreien Stadt, dann hat das zarte Pflänzchen der Liebe eine deutlich erhöhte Chance, die gefährlichste Zeit des Jahres zu überdauern. Ich weiß, wovon ich rede – zu keinem Zeitpunkt muß ich so viele gefährdete oder zerstörte Beziehungen seelsorgen wie nach den “tollen Tagen”.

Deswegen der Link der Woche zum Thema Treue – und gleichzeitig das beste Argument gegen Videotelefonie.

25.02.2006

Die Macht der Klingen

Filed under: — Kai @ 18:24

Als langjähriger Freund der Ganzkörper-Naßrasur muß ich ja auch gelegentlich mit der Zeit, sprich dem Fortschritt auf dem Gebiet der sanften und schonenden Haarentfernung gehen. Schon seit einigen Jahren vertraue ich dabei auf die Kraft der zwei Herzen drei Klingen aus dem Hause Gillette in Gestalt des formschönen “Mach 3″. Zumindest graust es mir seither, wenn ich notgedrungen – weil ungeplant aushäusig übernachtend und daher ohne mein 3-koffriges Pflegeset unterwegs – mal einen der typischen Billig-Einweg-”Aldi-hatte-noch-5-Stück-für-1-EUR”-Plastikrasierer benutzen muß. Das wird dann meist eine SM-Session der unerwünschten Art.
Nun führt mein Lieblings-Einkaufsladen (dies teils wegen der reinen Bequemlichkeit durch örtliche Nähe, teils wegen der überaus niedlichen Azubinen, die man dort in sexy Grünkitteln bei so erotischen Tätigkeiten wie “Butterbecher einräumen” oder “Leergut wegschaffen” beobachten kann) schon seit Wochen keine Ersatzklingen mehr für mein geliebtes Überschall-Werkzeug. Entweder wurden sie so klammheimlich und abrupt aus dem Sortiment genommen wie mein vergötterter Martini d’Oro oder die stark behaarte Mittfünfzigerin von umme Ecke hamstert dort immer gleich den Monatsvorrat – ich weiß es nicht. Jedenfalls blieb mir Freitag nur der Verzweiflungsgriff zu einem Konkurrenzprodukt – dem gleich mit vier Klingen antretenden Topmodell von Wilkinson. Technisch und optisch so etwas wie der Umstieg von der E- in die S-Klasse oder vom Porsche in den Ferrari. Die Frage also war nur: würde er halten, was er verspricht?
Natürlich sind n+1 Klingen nicht automatisch besser als n Klingen – General Grievous würde dies bestätigen, wenn Obi-Wan Kenobi ihn in “Star Wars Episode III” nicht so gründlich in seine Einzelteile zerlegt hätte. Aber tatsächlich: der mächtige Vierer rasierte mich genau so gründlich wie der flotte Dreier, fühlte sich aber dabei noch sanfter an. Ob das an dem vorgeschalteten Schutzgitter liegt, kann ich als klassischer Kopfmensch ohne Sinn für mechanische Abläufe schlecht beurteilen. In jedem Fall gehört dem Klingenmonster jetzt der beste Platz in meinem Bad, direkt neben dem Nacktfoto von… *ähem*, gut, das ist ein Thema für einen anderen Beitrag.
Bleibt abzuwarten, wie sich demnächst der motorbetriebene Mach3-Nachfolger oder vielleicht bald der erste 5-Klingen-Rasierer schlagen.

Womit ich mich am liebsten rasiere, wäre damit geklärt. Von wem ich mich am liebsten rasieren lasse, bleibt offen.

16.02.2006

Marketingstrategien im Wandel

Filed under: — Kai @ 23:08

Heute beriet ich meine Lieblingsmuse – ausnahmsweise mal im Rollentausch – bei ihrer Bewerbung als Texterin.
Und schon, welch Zufall, läuft mir ein gutes (oder eher schlechtes) Beispiel für eine veränderte Werbestrategie über den Weg, das sich gewaschen hat. Die erste Generation von Yamahas Top-Keyboard “Tyros” bewarb noch ein freundlicher Holländer mit einem viertelstündigen Demo-Video. Mit dem typisch sympathischen Akzent unserer noch sympathischeren, erstaunlicherweise sogar für die Fußball-WM qualifizierten Nachbarn erklärte der fingerfertige Vermarkter mir die ganzen tollen Funktionen und welcher tatsächliche Klang hinter den diversen Buzzwords wie “Mega Voice”, “Real Music Styles” und “Fluxkompensator” steckt. Das sah man sich gerne an und hat auch das ein oder andere Gerät gekauft.
Generation 2 des feuchten Traums aller Hochzeit-Alleinunterhalter kommt in seinem Werbevideo nun ganz anders daher. Martialisch und einpeitschend im Stil eines Horror-B-Movies, eines Wrestling-Events oder einer Armee-Werbeveranstaltung wird hier zu Computeranimationen, die qualitativ aus den 80er Jahren stammen mögen, der Interessierte hart angegangen: “Sind Sie bereit, sich diesen Fähigkeiten zu stellen?“, “Erleben Sie die Spitze der natürlichen Auslese“, “Beugen Sie sich den Gesetzen der Natur!“.
Whoa, langsam. Scientology war gestern, oder wie?

10.02.2006

Mein Name ist Haczyzwczyck, ich weiß von nichts

Filed under: — Kai @ 18:12

Gesellschaftliche Umwälzungen werfen ihre Schatten voraus. Ein solcher Wechsel ist auch bei den Namen meiner Kollegen zu beobachten. Waren früher noch einfache Namen wie Wellkamp, Weser und Szilagyi (sprich: Schilagölgololölgyli) an der Tagesordnung, wird man heute nur noch eingestellt, wenn man Namen wie Zlatkovsky (sprich: Zladdy), Grzemba (sprich: G’suffa!), Csicsáky (sprich: Gulasch) oder Kroll (unaussprechlich) trägt.

Neulich, drüben in der Agentur

Kai: “Wie heißt Du noch mal mit Nachnamen?
Ulla: “Goczol.
Kai: “Gesundheit!

Christliches, Heidnisches, Teuflisches

Neben Frau Himmelreich arbeiten bei uns auch Frau Engel, Herr Heiderich, mehrere Christian(e)s und – nicht zu vergessen – SATAN! Der aber nur auf 400-EUR-Basis.

08.02.2006

Mief

Filed under: — Kai @ 23:52

Wenn der Kühlschrank stinkt, ist meistens irgendwo das Verfallsdatum nicht nur abgelaufen, sondern nur noch für Archäologen entzifferbar. Mein Kältespender hatte das Problem in den letzten 5 Jahren noch nie, sodaß ich doppelt verwundert auf die Jagd nach dem Juwel vom Nil Gemüffel von Lindenthal ging. War gestern der Schuldige schon scheinbar in Gestalt einer überalten Schokoladentafel gefunden, zeigte sich das Problem heute gleich noch atemberaubender. Nach gründlichem Beschnüffeln sämtlicher Artikel in der Auslage entpuppte sich schließlich der unwahrscheinlichste Kandidat als Übeltäter: der Karton des guten Veuve Cliquot, der meine Gäste an Silvester so trefflich verwöhnt hatte.

Lehre: auch die Reste vom Besten gehören irgendwann in den Rohstoffkreislauf zurück.

Euphemismen (I)

Filed under: — Kai @ 23:47

Letztes Wochenende wurde ich Zeuge, wie auch die deutsche Bahn das bisher nur Insidern bekannte geplante Euphemismusgesetz (EuphG) schon in vorauseilendem Gehorsam erfüllt.
Der für 16:04 angesetzte Intercity hatte nicht etwa “30 Minuten Verspätung”, nein, er hatte eine “geänderte Abfahrtzeit von 16:34″. Das spielt schon in derselben Liga wie “Restsondervermögen” für “Schulden” oder “geistig herausgefordert” für “vollpanne”.
Noch schöner: als dann die “geänderte Abfahrzeit” noch mal um 10 Minuten überzogen wurde, entblödete sich die körperlose Stimme an Gleis 7 nicht, den Zug als “planmäßige Abfahrt 16:34″ anzukündigen.

Bravo, deutsche Bahn! Das finden wir doppelplusgut. Und Eurasien war schon immer im Krieg mit Ozeanien.

05.02.2006

iVeni, iVidi, iEmi

Filed under: — Kai @ 19:03

Ich kam, ich sah, ich kaufte.” Hört, hört! Seit gestern gehört mir endlich auch ein schicker iPod Video (30 GB, schwarz), über den ich mir jetzt beim Radeln MP3s legale Hörproben aufs Gehör knalle, bis ich sie nicht mehr hören kann, so wie sich das gehört.

Nebenbei fiel beim Einkauf noch die langersehnte Fernbedienung mit dem schlichten Namen RC-1 für meine Canon EOS 350D an – man wird es am bald wieder steigenden Foto-Output merken. Vor allem lange Belichtungszeiten im Dunkeln werden jetzt ausgiebig getestet (Stichwort: “Whow, kannst Du lange…“).

02.02.2006

Mir wurscht, was out ist

Filed under: — Kai @ 23:43

Die Jungs sind jedenfalls “in”: Testosteron Cologne (mit meinen Kollegas Kaiser-T, Makka N! und Flash Valboa) hat’s jetzt sogar in den Kölner Stadtanzeiger geschafft. [zum Artikel]

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