Der Bundesvision Song Contest des umtriebigen Stefan Raab war gleichzeitig eine größtenteils überzeugende Demonstration der “Breite in der Spitze” kontemporärer deutscher Musik und eine schallende Ohrfeige für den “echten” Eurovision Song Contest und dessen – alle Jahre verzweifelt und erfolglos den Modus wechselnden – deutschen Vorausscheidung.
Raab, der mittlerweile fast wöchentlich Events über den Sender jagt (von der legendären Wok-WM über diverse Pokernächte bis zum “Schlag den Raab”-Millionenspiel im Stile eines modernen Gladiatorenkampfes des Geistes und der Faust), bewies mit der Auswahl ein glückliches Händchen. Obwohl die meisten Songs schon halb tot gespielt waren, kam so etwas wie echte Spannung auf.
Leider nahmen sich auch manche Künstler die Titelmelodie (Raabs eigenen Grand-Prix-Beitrag “Wadde hadde dudde da”) zum Vorbild und klauten ähnlich dreist wie der Meister einst bei “Say you’ll be there” von den Spice Girls.
So klang Pohlmanns Refrain wie die Strophe von “Under the bridge” der Red Hot Chili Peppers und Lea Finns “Ich weiß und Du weißt” wilderte stilistisch und inhaltlich bei Edie Brickells “What I am”.
Meine persönlichen Favoriten:
1. Anajo feat. Suzie Kerstgens
2. Tele
3. Kim Frank sowie Beatplanet