Mit dem Herzen sieht man besser ------------------------------- Lebenszeit, der Nacht gestohlen Für Gedanken aufgewendet Gefühle, rein und unverhohlen Keinen Augenblick verschwendet Eben noch in Leid versunken Ein Alptraum von Verlust und Ende In neuem Traum im Glück ertrunken Deine Lippen, Deine Hände In Faust'schem Ausmaß tief zerrissen Ein Dorn in meiner Seite weilt Kann anders nicht, als zu vermissen Was wir gefühlt, gesagt, geteilt Kein Mensch weiß, was die Zukunft bringt Ob's Dissonanz, ob's Glockenklang Sein wird, was mir im Herzen singt Ob Gastspiel nur, ob lebenslang Und scheint es mir auch dann und wann Als ging ich nackt durch Höllenfeuer Ich leb in eines Engels Bann Und bin mir selbst nicht mehr geheuer Wie Du - zum Guten wie zum Bösen - Mit einem Blick nur das vermagst Was niemand in mir auszulösen Imstande war, und was Du sagst In jedem Satz, in jedem Wort Mich heiß und kalt in Feuer badet Du ziehst mich an und stößt mich fort Doch will ich's so, egal wie's schadet Verschlung'ne Traumbildillusionen Tragen hinaus ans Tageslicht Die Wünsche, die tief in mir wohnen Wie stark sie sind, wußt selbst ich nicht Sehnsucht nach vertrauter Nähe Nach kleinen Gesten, großen Augen Wie ich durch Dich in Flammen stehe Wozu Gefühle alles taugen Man sagt, man wär vor Liebe blind Doch seh ich mit dem Herzen besser Die Dinge, die verborgen sind In Deiner Seele tief Gewässer Und mir gefällt, was ich entdecke Mag jede Stärke, jede Schwäche Schlafende Dinge, die ich wecke Tief unter Deiner Oberfläche Solch Schönheit, die sonst niemand sieht Der ander'n Blick verborgen bliebe Sie ist, was stets mich zu Dir zieht Und was ich an Dir, in Dir liebe Wir seh'n nur, was wir sehen wollen Und lieben das, was in uns fehlt Das Herz schöpft immer aus dem Vollen Denn es allein weiß, was noch zählt Gipfel der Freude, Tal der Tränen Gefühlslandschaft bereist man gerne Ein unerfülltes, starkes Sehnen Treibt uns hinaus in jene Ferne Es ist das, was uns menschlich macht Die Suche nach der Spiegelseele Dem hellen Licht in uns'rer Nacht Auf daß uns nie mehr etwas fehle Und endet meine Reise einst im Nirgend zwischen Ewigkeiten Stürz gern ich mich in dieses Schwert Was immer Du belachst, beweinst - ich folg Dir bis ans End der Zeiten Ich weiß genau, Du bist es wert